Die Aid by Trade Foundation verfolgt einen innovativen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit. Statt Geld nach Afrika zu schicken, leistet ihre Cotton made in Africa Initiative nach den Prinzipien eines „Social Business“ Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel. Die afrikanischen Kleinbauern, die sich der Initiative angeschlossen haben, sind dabei Partner auf Augenhöhe.
Cotton made in Africa (CmiA) arbeitet nach den Grundsätzen eines Social Business. Das heißt, die Initiative verfolgt einen unternehmerischen Ansatz, will aber nicht den wirtschaftlichen Profit Einzelner maximieren sondern die Lebensbedingungen vieler afrikanischer Baumwollbauern verbessern. Dafür baut sie eine Allianz internationaler Textilunternehmen auf, die die nachhaltig erzeugte Baumwolle gezielt auf dem Weltmarkt nachfragen und weiterverarbeiten. Cotton made in Africa handelt nach den Regeln des Marktes und verzichtet auf Subventionen und Eingriffe in die Systematik der Weltmarktpreise, die sich, wie bei nahezu jedem Rohstoff, nach Angebot und Nachfrage richten.

Während Organisationen für fairen Handel den Baumwollbauern höhere Preise für ihren Rohstoff garantieren, verzichtet Cotton made in Africa auf Subventionen und künstliche Preiserhöhungen. Durch die stetig wachsende internationale Nachfrageallianz und die dadurch steigende Nachfrage nach der afrikanischen Baumwolle, sorgt Cotton made in Africa für höhere Einkommen und bessere Lebensbedingungen der Kleinbauern. Eine Besonderheit ist auch das Cotton made in Africa Verifizierungssystem. Dieses setzt bei den Baumwollgesellschaften an und verursacht so geringere Verifizierungskosten als Zertifizierungssysteme, die bei den einzelnen Bauern oder Bauerngruppen ansetzen. Das heißt, ein Großteil der eingenommenen Lizenzgebühren kommt in Zukunft direkt den Bauern und ihren Familien zugute.
Einige andere Initiativen beschäftigen sich mit dem Anbau und Absatz von Bio-Baumwolle. Weil diese im Anbau aber noch recht teuer ist, kann sie die preislichen Anforderungen des Massenmarktes heute oftmals leider noch nicht erfüllen und bleibt zumindest vorerst ein Nischenprodukt. Große Handelsunternehmen wollen den Rohstoff Baumwolle möglichst günstig einkaufen, weil Verbraucher in der Regel nicht bereit sind, die höheren Einkaufspreise mitzutragen. Cotton made in Africa möchte möglichst viel afrikanische Baumwolle auf dem Weltmarkt absetzen, um wiederum die Lebensbedingungen möglichst vieler Kleinbauern zu verbessern. Deshalb muss sich die CmiA Baumwolle im Massenmarkt bewähren.
Cotton made in Africa Baumwolle ist keine Bio-Baumwolle. Ein nachhaltiger Anbau des Rohstoffes ist aber gegeben: Gemeinsam mit seinen Partnern vermittelt die Initiative den Farmern in Schulungen moderne und effiziente Anbaumethoden mit einem bewussten, das heißt möglichst geringem, Einsatz von Pestiziden. Zudem wird Regenfeldanbau in Fruchtfolge betrieben. Die Initiative arbeitet allerdings eng mit Organisationen die Bio-Baumwolle fördern zusammen um gemeinsam eine Steigerung des Absatzes nachhaltig produzierter Baumwolle zu erreichen.

Für die Aid by Trade Foundation setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus Ökonomie (Profit), Soziales (People) und Ökologie (Planet) zusammen. Die Aid by Trade Foundation definiert folgende „Nachhaltigkeitsindikatoren“:
Nach Ansicht von Cotton made in Africa ist eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit erst garantiert, wenn alle drei oben genannten Felder ausgewogen berücksichtigt werden. Nur dann verbessern sich die Lebensbedingungen der afrikanischen Kleinbauern auch langfristig. Cotton made in Africa überprüft regelmäßig, inwiefern die Kriterien zur Erreichung dieser Indikatoren erfüllt werden. So lässt sich die Entwicklung in den einzelnen Anbaugebieten konkret nachvollziehen.
Cotton made in Africa macht Public Private Partnerships (PPP) möglich. Zur Erklärung: Das besondere an PPP-Projekten ist, dass sich öffentliche beziehungsweise staatliche Institutionen (public) mit der Privatwirtschaft (private) zusammenschließen, um eine Aufgabe auch finanziell gemeinsam zu bewerkstelligen. Die Initiative übernimmt hierbei die Rolle des Impulsgebers und Vermittlers: Sie zeigt Förderbedarfe und -möglichkeiten auf und bringt beide Seiten an einen Tisch, um die bestmögliche Umsetzung der gemeinschaftlichen Projekte zu garantieren. Im Falle von Cotton made in Africa geht es dabei meist um Projekte, die die soziale Infrastruktur fördern. So zum Beispiel um Bildungsprojekte in der Primarschul- und Erwachsenenbildung.

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