
Vegetationszonen Afrikas mit CmiA Anbaugebieten
Sambia ist etwa doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und hat fast 13 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt aufgrund der hohen Sterblichkeit durch die Immunschwächekrankheit Aids bei nur 44 Jahren; die HIV-Infektionsrate liegt im weltweiten Vergleich extrem hoch. Im Jahr 2006 waren rund 750.000 Kinder in Sambia Aids-Waisen; für das Jahr 2015 rechnen die Behörden damit, dass eine Million Kinder – rund 20 Prozent aller Kinder im Land – ohne Eltern aufwachsen müssen. Nur ein kleiner Teil der Waisen hat die Chance, in einem Kinderheim aufgenommen zu werden. Rund sechs Prozent der Kinder sind obdachlos, das Kinderhilfswerk Unicef geht sogar von zehn Prozent aus.
Die Regierung Sambias investiert jedoch stark in den Gesundheitssektor des Landes, insbesondere in die Bekämpfung von HIV und Aids. Die Regierung nimmt HIV und Aids als nationale Bedrohung wahr und startete ein flächendeckendes Programm zur Verhinderung der Verbreitung von HIV, das eine kostenlose Behandlung von Aids und eine Behandlung der Erkrankten mit Medikamenten vorsieht. Das Programm trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Kleinbauern, die bislang ihre kranken Familienangehörigen betreuen mussten nun wieder in der Landwirtschaft arbeiten können und somit zum Einkommen der Familie beitragen.
Trotz des gemäßigten Klimas, ausreichender Wasserressourcen, guter Böden und reichhaltiger Bodenschätze wie Kupfer, Kobalt und Edelsteinen gehört Sambia zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Grund hierfür ist die nur einseitige wirtschaftliche Entwicklung des Landes, das lange Zeit fast ausschließlich auf den Kupferabbau im so genannten Kupfergürtel, einem Bergwerksdistrikt im Norden des Landes, setzte und der weitgehenden Verstaatlichung der Bergbauindustrie. Unter dem langjährigen Präsidenten Kenneth Kaunda, einem noch heute weltweit angesehenen Politiker, versuchte das Land über Jahrzehnte von den späten 1960er Jahren bis zum Beginn der 1990er hinweg einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.
In den 1970er Jahren sanken die Preise für Bodenschätze, insbesondere für das Hauptexportgut Kupfer dramatisch. Die wirtschaftlichen Folgen trafen das Land schwer, da andere Wirtschaftssektoren wie die Landwirtschaft in der Entwicklung stark vernachlässigt worden waren. Erst mit einem großen Reprivatisierungsprogramm und der Unterstützung der Weltbank und des Internationales Währungsfonds in den 1990er Jahren begann die wirtschaftliche Erholung. Mittlerweile wird auch die Entwicklung anderer Wirtschaftsektoren vorangetrieben.
Hoffnung setzen die Sambier auf den Tourismus. Zwar bleibt der Massentourismus aufgrund fehlender Infrastruktur noch aus, Naturattraktionen wie die zahlreichen Nationalparks und die berühmten Viktoriafälle bergen jedoch große Potentiale. Gespeist wird die wohl berühmteste sambische Sehenswürdigkeit durch den Fluss Sambesi, welcher dem Land seinen Namen gab, das Land auf über 1550 Kilometern durchfließt und hier auf über 1700 Metern Breite in über 100 Meter Tiefe rauscht. Die Tier- und Pflanzenwelt Sambias ist durch die geographische Vielfalt besonders Artenreich. Die 19 Schutzgebiete des Landes beherbergen viele der Tierarten, welche man als Kind typischerweise mit dem afrikanischen Kontinent verbindet.
Aktuelle Informationen zu Sambia bekommen Sie unter anderem auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.
Quellen: Human Development Report 2009 (UN); Auswärtiges Amt; World Development Indicators 2009; Fischer Weltalmanach (Bundeszentrale für politische Bildung)

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