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Côte d'IvoireLänderporträt
- Fläche: 322.000 Quadratkilometer
- Einwohnerzahl: ca. 20,6 Millionen
- Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner pro Quadratkilometer (vgl. Deutschland: 229 Einwohner pro Quadratkilometer)
- Amtssprache: Französisch
- Unabhängig: seit 1960
- Hauptstadt: Yamoussoukro
- Staatsform: Präsidialrepublik; Verfassung von 2000
- Durchschnittliche Lebenserwartung: 57 Jahre
- Analphabetenrate: ca. 51 % (Bevölkerung über 15 Jahre)
- Top 3 Exportgüter: Erdölprodukte, Kakao u. Kakaoprodukte, Fisch
- Anzahl Baumwollbauern: 90.000 (Stand 2010)
- Anzahl „Cotton made in Africa“-Bauern: 29.212
Bis Anfang der 1980er Jahre war Côte d'Ivoire ein Musterbeispiel für Stabilität und wirtschaftlichen Erfolg in Afrika. Exporterlöse aus Kakao und Kaffee garantierten jahrelang einen relativen Wohlstand. Doch die Wirtschaftskrise Anfang der 1990er Jahre stürzte das Land in politische Unruhen, die bis heute andauern. Bürgerkriegsähnliche Zustände bremsen die Entwicklung des Landes.
Côte d'Ivoire (offizieller Name: République de Côte d’Ivoire) ist ein Staat in Westafrika mit einer rund 500 Kilometer langen Küstenlinie am Golf von Guinea. Es werden drei Klimazonen unterschieden: das äquatoriale Klima im Süden, das feuchte Savannenklima, das etwa 200 Kilometer nördlich der Küstenlinie beginnt, und das trockene Savannenklima in den nördlichen Savannenregionen. Die Vegetation ist – grob – in zwei Zonen unterteilt: Die südliche Zone ist von immergrünem Regenwald und Mangroven geprägt, im Norden herrschen Trockenwälder und Savannen vor. Seit der Kolonialzeit hat sich der Waldbestand stark verringert, vielfach durch Abholzung für die Anlage von Plantagen. Die Tierwelt in Côte d'Ivoire ist besonders artenreich, die Stoßzähne des Elefanten, die als Elfenbein gehandelt wurden, gaben dem Land seinen Namen.
Vegetationszonen Afrikas mit CmiA Anbaugebieten
Die ethnische und sprachliche Vielfalt der Côte d'Ivoire ist groß, es gibt ca. 60 Volksgruppen, die lange friedlich zusammenlebten. Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien sind vor allem in den Städten keine Seltenheit. Neben der Amtssprache Französisch werden über 70 Landessprachen gesprochen. Doch die Vielfalt birgt auch viel Zündstoff. Die Grenzen Côte d‘Ivoires wurden im Laufe der französischen Kolonialzeit aus heutiger Sicht unbedacht gezogen, denn sie berücksichtigen kaum die Siedlungsgebiete afrikanischer Völker und zerschneiden diese oft. Dies ist auch ein Grund für die Auseinandersetzungen der Ethnien, welche Côte d'Ivoire bewegen.
In den 1980er Jahren führte der Preisrückgang für die – im Land reichlich vorhandenen – Rohstoffe zu einer massiven Wirtschaftskrise. Seitdem kam es insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er es zu starken politischen Unruhen, welche 2002 in einen, blutigen Bürgerkrieg zwischen dem Nord- und Südteil des Landes mündete. Trotz der seit 2002 im Lande vertretenden UN-Blauhelme, welche versuchen zur Befriedung des Landes beizutragen, kommt Côte d'Ivoire nur schwer zur Ruhe. Die Leidtragenden sind die Menschen, vor allem die arme Landbevölkerung. Sehr viele der armen Haushalte haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, was die Verbreitung von Krankheiten wie Cholera, Typhus, Tuberkulose, Gelbfieber sowie Hepatitis A und Hepatitis B begünstigt. Trotz des obligatorischen Grundschulbesuches ist die Analphabetenrate mit über 50 Prozent noch immer sehr hoch.
Die Landwirtschaft, in der zwei Drittel der Menschen arbeiten, ist nach wie vor der dominierende Wirtschaftszweig Côte d‘Ivoires, der von großen Rohstoffvorkommnissen und fruchtbaren Böden profitiert. Kakao war lange die Hauptquelle der Exporteinnahmen, doch mittlerweile ist die Bedeutung des Kakaos zugunsten des Erdöls zurückgegangen. Die Erdölreserven werden auf etwa 600 Millionen Barrel geschätzt. Ein weiteres wichtiges landwirtschaftliches Produkt ist der Kaffee. Während die vormals dominierende Kakaoproduktion rückläufig ist, ist die Kaffeeproduktion laut IWF in 2007 um 45,9 Prozent auf 170,8 Tausend Tonnen gestiegen. Weitere wichtige Produkte sind Palmöl, Kokosnüsse, Zuckerrohr, tropische Früchte und Baumwolle.
Die Industrie von Côte d'Ivoire trug in 2007 rund 26 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie wird von kleinen und mittleren Betrieben dominiert. Trotz vieler Probleme ist sie die am meisten diversifizierte Industrie in Westafrika.
Aktuelle Informationen zu Côte d'Ivoire bekommen Sie unter anderem auf den Seiten des
Auswärtigen Amtes.
Quellen: Human Development Report 2009 (UN); Auswärtiges Amt; World Development Indicators 2009; Fischer Weltalmanach (Bundeszentrale für politische Bildung), CIA Factbook, Germany Trade & Invest