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BeninLänderporträt
- Fläche: 112.622 Quadratkilometer
- Einwohnerzahl: ca. 8,7Millionen
- Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner pro Quadratkilometer (vgl. Deutschland: 229 Einwohner pro Quadratkilometer)
- Amtssprache: Französisch
- Unabhängig: seit 1960
- Hauptstadt: Porto Novo
- Staatsform: Präsidialrepublik; Verfassung von 1990
- Durchschnittliche Lebenserwartung: 61 Jahre
- Analphabetenrate: 59,5% (Bevölkerung über 15 Jahre)
- Top 3 Exportgüter: Rohbaumwolle (70-80%), Erdnüsse, Palmöl
- Anzahl Baumwollbauern: 237.500 (Stand 2010)
- Anzahl „Cotton made in Africa“-Bauern: 20.016 (Stand 2010)
In Cotonou, Hauptort an der Küste Benins und wirtschaftliches Zentrum des Landes, blüht der Handel mit Gebrauchtautos. Doch der Eindruck vom blühenden Wirtschaftsleben in der quirligen Stadt zeigt nicht die ganze Wahrheit: Benin ist eines der ärmsten Länder der Welt, etwa ein Drittel der Menschen lebt in extremer Armut. Die Landwirtschaft ist wichtiger Wirtschaftsfaktor – und baut im Wesentlichen auf Baumwolle.
Benin liegt in Westafrika. Das kleine Land hat Grenzen zu Nigeria, Niger, Burkina Fasos, Togo und im Süden ans Meer, an den Golf von Guinea. Das Klima ist geographisch in zwei Bereiche gegliedert: Im Norden herrscht trockenes Süd-Sahel-Klima, im Süden tropisch-feuchtes Klima.
Benin zählt, wie auch die übrigen Länder, in denen Cotton made in Africa aktiv ist, zu den ärmsten Regionen der Erde. Etwa 30 Prozent der Menschen leben in extremer Armut, die Kindersterblichkeit ist mit etwa 120 von 1000 Kindern, die nicht älter als fünf Jahre werden, immer noch extrem hoch. Das Land ist hochverschuldet und leidet unter seiner schlechten wirtschaftlichen Infrastruktur. Entsprechend stehen Armutsbekämpfung und Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung im Vordergrund der Regierungspolitik.
Vegetationszonen Afrikas mit CmiA Anbaugebieten
Anteile am Bruttoinlandsprodukt in Benin
Die Wirtschaft Benins ist von der Landwirtschaft, die ein Drittel des Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmacht, und dem Handel mit den Nachbarstaaten geprägt. In der Stadt Cotonou zum Beispiel hat sich in den letzten Jahren der größte Gebrauchtwagenmarkt Westafrikas gebildet. Die Fahrzeuge, zumeist aus Europa, werden weitgehend nach Nigeria weiterverkauft. Die Industrie, vor allem mit den Sektoren Zement und Baumwollentkörnung, hat nur einen Anteil von etwa 14 Prozent am Bruttosozialprodukt, Dienstleistungen dagegen erbringen 50 Prozent. Vor allem auf dem Dienstleistungssektor setzt der Staat, um Benin wirtschaftlich zu entwickeln. Die höchste Hürde: die horrende Auslandsverschuldung, die es Benin verbietet, an größeren internationalen Programmen der Entwicklungszusammenarbeit teilzunehmen, die eine gewisse Eigenbeteiligung erfordern. Sie lastet auf allen Einwohnern des Vielvölkerstaates, die sich aus 42 ethnischen Gruppen mit 60 verschiedenen Sprachen zusammensetzen. Eine Chance könnte wiederum aus der Politik kommen. Die aktuelle Regierung versucht, die Bildung voranzutreiben und die aktuelle Alphabetisierungsquote der über 15-Jährigen von rund 40 Prozent zu erhöhen. Ihr Ziel: bis zum Jahr 2015 eine 100-prozentige Einschulungsrate zu erreichen.
Benin liegt im sogenannten "Dahomey-Gap", einem waldfreien Korridor, der sich von den oberguineischen Regenwäldern an der Westküste des afrikanischen Kontinents bis zu den kongolesischen Regenwäldern in Zentralafrika hinzieht. Diese Savannenlandschaft ist aufgrund der Trockenheit kaum für den landwirtschaftlichen Anbau geeignet. Nördlich der Lagunenlandschaft der Küste steigt das Land aber zu einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Ebene an, an die sich die Atakora-Berge anschließen. Der Rhythmus von Bodenbearbeitung und Aussaat richtet sich nach der Regenzeit, weshalb die Aussaat in die Monate Mai bis Juni fällt und die Ernte zwischen Oktober und Dezember stattfindet.
Rund zwei Drittel der beninischen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Vorwiegend bauen die Landwirte Mais, Maniok, Yamswurzel, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte für den Eigenbedarf und für den lokalen Markt an. Cashewnüsse und Ananas sind wichtige Exportprodukte, am meisten aber führen die Beniner Baumwolle aus. Die Abhängigkeit von der Landwirtschaft und insbesondere vom Baumwollexport – der bis zu 40 Prozent der Exporteinnahmen ausmacht – macht Benin als Land empfindlich gegenüber den Auswirkungen des regionalen Klimas, aber auch von den globalen Marktpreisen.
Der exportorientierte Baumwollsektor erfuhr in Benin wie in anderen Ländern Westafrikas während der französischen Kolonialzeit eine starke Entwicklung. Nach der Unabhängigkeit blieb der Baumwollsektor unter strenger staatlicher Reglementierung. Diese regelte alle zentralen Bereiche wie Import und Verteilung des Saatguts und anderen Produktionsmitteln die Bereitstellung von Krediten und Dienstleistungen an Produzenten, sowie Entkörnung und Export der Rohbaumwolle. Seit 1992 wird der beninische Baumwollsektor zunehmend privatisiert.
Aktuelle Informationen zu Benin bekommen Sie unter anderem auf den Seiten des
Auswärtigen Amtes.
Quellen: Human Development Report 2009 (UN); Auswärtiges Amt; World Development Indicators 2009; Fischer Weltalmanach (Bundeszentrale für politische Bildung)