Nicht jede afrikanische Baumwolle ist auch Cotton made in Africa-Baumwolle. Um dieses Siegel zu erhalten, verpflichten sich sowohl die Kleinbauern als auch die Baumwollgesellschaften bei Anbau und Verarbeitung, die Kriterien von Cotton made in Africa zu beachten. Die Einhaltung der Richtlinien wird im Rahmen der so genannten Verifizierung von unabhängigen Organisationen regelmäßig überprüft.
Das Verifizierungssystem von Cotton made in Africa wurde gemeinsam mit der niederländischen Universität Wageningen, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, den Baumwollgesellschaften in den Projektländern sowie sozial-, umwelt- und entwicklungspolitischen Institutionen entwickelt. Im Rahmen der Verifizierung wird überprüft, ob die Kleinbauern und die Baumwollgesellschaften die Richtlinien von Cotton made in Africa einhalten. Diese Richtlinien sind in einem Kriterienkatalog gesammelt und bilden das Herzstück des Cotton made in Africa Siegels.
CmiA-Ausschlusskriterien:
Der Kriterienkatalog ist zweistufig aufgebaut: Er enthält zunächst Ausschlusskriterien, die darüber entscheiden, ob Kleinbauern und Baumwollgesellschaften überhaupt an der Cotton made in Africa Initiative teilnehmen können. Zu diesen Mindestanforderungen gehören etwa der Ausschluss von Sklaverei, Menschenhandel und ausbeuterische Formen von Kinderarbeit. Die traditionelle Mitarbeit von Kindern in den landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern ist hingegen im Rahmen der ILO Konventionen und Cotton made in Africa gestattet, soweit die Kinder nicht ungeeignete, bzw. gefährliche Tätigkeiten übernehmen. Diese sind nach der ILO Konvention 182 im Rahmen von CmiA ausgeschlossen. Weiterhin gilt das Verbot der Nutzung gefährlicher Pestiziden (Abkommen von Rotterdam und Stockholm).
Kleinbauern und Baumwollgesellschaften, die Baumwolle gemäß den Cotton made in Africa-Kriterien produzieren, müssen darüber hinaus eine Reihe so genannter Nachhaltigkeitsindikatoren beachten. Diese Kriterien müssen nicht alle von Anfang an zu 100% erfüllt werden. Bauern und Baumwollgesellschaften müssen aber Pläne zu Verbesserungen erarbeiten und nachweisen, dass sie diese Richtlinien zunehmend besser erfüllen. Die Einhaltung der Indikatoren wird nach einem Ampelsystem als „rot“, „gelb“ oder „grün“ bewertet, wobei grün für eine nachhaltige Bewirtschaftung steht. Cotton made in Africa unterstützt Kleinbauern und Baumwollgesellschaften dabei, sich kontinuierlich zu verbessern. Die Initiative organisiert etwa Schulungen der Kleinbauern oder fördert Projekte zur Verbesserung der Schulbildung.
Alle zwei Jahre werden Baumwollgesellschaften und Kleinbauern, die Baumwolle in Cotton made in Africa-Qualität produzieren, von unabhängigen Verifizierungsunternehmen (zur Zeit EcoCert und AfriCert) überprüft. Im Rahmen dieses Verifizierungsprozesses bilden die Baumwollgesellschaft und die mit ihr zusammen arbeitenden Kleinbauern die sogenannte „Management Unit“. Über die Baumwollgesellschaft können viele Daten gebündelt erfasst und kontrolliert werden, was die Verifizierung effizienter macht und Kosten spart. Hierzu zählen etwa Daten zur Lieferung von Pestiziden oder zur Bezahlung der Bauern. Zur Steigerung der Nachhaltigkeit erstellt die Management Unit gemeinsam mit dem Verifizierer einen Managementplan. Dieser Plan legt fest, welche Verbesserungen bis zur nächsten Überprüfung auf welche Weise erreicht werden sollen, und welche Unterstützung Cotton made in Africa, etwa in Form von Schulungen, zur Verfügung stellt.

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