BiodiversitätBedrohte Vielfalt
Die Savannen Afrikas sind Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Doch eine extensive Landwirtschaft bedroht die Artenvielfalt.
Unter Biodiversität (engl. Biodiversity, zusammengesetzt aus den Wörtern „Biology“ und „Diversity“) versteht man die biologische Vielfalt auf allen Organisationsebenen des Lebens – in den Arten, in der genetischen Vielfalt von Fauna und Flora sowie in den gesamten Ökosystemen. Diese drei Ebenen sind aufs Engste miteinander verknüpft: Tiere und Pflanzen brauchen zum Überleben intakte Ökosysteme sowie ausreichende genetische Variabilität. Ein Ökosystem wiederum funktioniert nur, wenn es ein ganzes Spektrum an Arten beheimatet. Intakte Lebensräume sind die Voraussetzung für die genetische Vielfalt eines Ökosystems.
Wird dieses Gleichgewicht durch externe Einflüsse gestört, hat dies oft ungeahnte Folgen für Menschen, Pflanzen und Tiere. Am Ende einer komplexen Ursache-Wirkungskette steht das Aussterben ganzer Arten und die Zerstörung von Ökosystemen. Dadurch kann die Natur klimatische Extremereignisse wie lange Trockenperioden immer schlechter verkraften. Dabei liegt auf der Hand: Die Folgen einer abnehmenden Biodiversität treffen vor allem die armen Bevölkerungsteile auf dem Lande, weil sie unter anderem unmittelbar auf die Fruchtbarkeit ihrer Böden angewiesen sind.
Probleme durch Monokulturen und Plantagen
Großflächig betriebene Landwirtschaft, wie sie vielfach beim Anbau von Baumwolle zum Einsatz kommt, zeichnet sich oft durch Monokulturen, einen hohen Einsatz an Pestiziden und einen hohen Wasserverbrauch aus und bedroht so die Biodiversität in ihrer Umgebung. Zur natürlichen Anreicherung der Böden mit Nährstoffen (das geschieht bei Cotton made in Africa in Fruchtfolge u.a. mit Leguminosen, Soja oder Erdnüsse) bleibt keine Zeit. Langfristig laugt der Boden aus, die Erträge werden schlechter und Schädlinge machen sich breit. So müssen kommerzielle Farmer zum Teil immer größere Mengen an Pestiziden und Düngemitteln einsetzen, um ihre Ernten zu sichern. Am Ende bleibt unfruchtbares Ödland zurück; neue Anbauflächen müssen erschlossen werden. Das Grundwasser ist stark belastet und verursacht Krankheiten bei Menschen und Tieren. Problematisch ist auch der hohe Wasserverbrauch: Durch langfristige künstliche Bewässerung kommt es häufig zu Erosionen und zu einer Versalzung der Böden. Der Grundwasserspiegel sinkt, Flüsse, Feuchtgebiete oder Seen wie der Aralsee trocknen aus, das Trinkwasser für Mensch und Tier wird knapp.
Umdenken ist erforderlich
Konzepte zum nachhaltigen Baumwollanbau, wie sie in der Kriterienmatrix von Cotton made in Africa niedergelegt und vereinbart sind, steuern diesen Effekten entgegen: Sie versuchen, Landwirtschaft und Natur in Einklang zu bringen und langfristig zur Erhaltung der Biodiversität beizutragen. Verschiedene Anbaumaßnahmen tragen zum Schutz der Artenvielfalt bei: Hierzu gehört an erster Stelle der
Baumwollanbau mit Fruchtwechsel, der dazu beiträgt, die Qualität der Böden zu erhalten. Daneben sind ein
effizienter Pestizid- und Düngemitteleinsatz sowie eine
verantwortungsvolle Wassernutzung charakteristisch für den nachhaltigen Baumwollanbau.
Der großflächige Baumwollanbau richtet in einigen Teilen der Welt nachweislich große Schäden an. Ein Umdenken ist erforderlich, um die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu reduzieren und die Biodiversität als Netz des Lebens zu erhalten. Vielfalt ist nicht nur ein Wert an sich, sondern hat auch eine ökonomische Bedeutung, insbesondere in Entwicklungsländern. Nachhaltige Konzepte in der Landwirtschaft sichern hier die Lebensgrundlage der Menschen.