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Afrikanische Originale

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Bei Poly(nation) in Kapstadt produzieren Arbeiterinnen aus den Townships in Handarbeit

Die Tische, an denen schwarze Arbeiterinnen sitzen, sind mit Tausenden kleiner Perlen übersät. Roten und schwarzen. Noch kleiner sind die Ösen, durch die die Arbeiterinnen mit Nadel und Faden Perle um Perle aufziehen. Fünfzehn Perlen in einer Reihe, zehn Reihen übereinander. Jede Reihe in einer anderen, bestimmt festgelegten Abfolge von schwarzen und roten Perlen. Zusammen ergibt diese Handarbeit ein rechteckiges, vom afrikanischen Stamm Ndebele inspiriertes Logo, das als Textilanhänger für eine afrikanische Modekollektion bestimmt ist. Das aus Perlen bestehende Logo zeigt eine schwarze, auf den Boden gerichtete Pfeilspitze, schwarz umrahmt auf rotem Grund. Es ist ein Beispiel dafür, wie afrikanische Handarbeit wieder Teil der textilen Wertschöpfungskette in Afrika werden kann. Und zeigt darüber hinaus, dass wirtschaftlicher Handel zur Entwicklung in Afrika beiträgt.

Circa 25 Minuten braucht eine Arbeiterin von Poly(nation) um ein solches Logo herzustellen. Traditionelle afrikanische Handarbeit, die die über 40 Arbeiter bei Poly(nation) täglich produzieren. Der Auftrag für den Textilanhänger ist dabei nur einer unter vielen, genauso wie der Anhänger selbst nur ein Produkt unter vielen ist. In Handarbeit wird außerdem afrikanische Baumwolle zu Tischdecken, Tischsets, Geschirrtüchern, Schürzen, Einkaufstaschen und vielem mehr verarbeitet. Dabei gilt Handarbeit eigentlich als unrentabel, die durch Maschinen zu ersetzen sei. „Das macht jedoch in einer Umgebung mit wachsender Arbeitslosigkeit wie hier in Südafrika keinen Sinn“, sagt Alfonso De Chaud, Gründer und Geschäftsführer von Poly(nation). „Deshalb haben wir entschieden, die Sache umzudrehen, um die Handwerkskunst als Vorzug und Basis für unseren Erfolg zu nutzen.“ Diese Idee bestimmte auch die Gründung von Poly(nation) im Jahr 1995: Benachteiligten, wenig ausgebildeten Menschen Arbeit zu geben. So kommen die Arbeiterinnen aus den um Kapstadt gelegenen Townships wie Langa, Gugulethu oder Imizamo Yethu, wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist. Oftmals ernährt eine aus den Townships stammende Person bis zu sechs weitere in ihrem Umfeld.

Poly(nation) gestaltet das Design, produziert und vermarktet die Handarbeiten in Marktnischen. Mit Grundsätzen: „Wir fördern die Entwicklung südafrikanischen Designs und bevorzugen Herstellungsprozesse, die eher Handarbeit als Maschinen erfordern“, sagt Alfonso, der davon überzeugt ist, dass die kulturelle Vielfalt der bei Poly(nation) tätigen Menschen die Kreativität fördere. Und last but not least: „Wir konzentrieren uns auf Qualität und Professionalität.“ Darüber hinaus ist jedes handwerklich gefertigte Produkt ein afrikanisches Original. Poly(nation) – ein gelungenes Beispiel, wie man den Business&Development-Ansatz von Cotton made in Africa auf innovative sowie eigenständige Art und Weise nutzen und davon profitieren kann.

 
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