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Der erste Cotton made in Africa Compaci Stakeholder Workshop in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso

Ein typischer Novembertag in Burkina Faso. Trockene Hitze um die 30 Grad. Die Regenzeit ist zu Ende. Ortstermin in Koakin, einem Dorf mit knapp 400 Einwohnern. Alle sind auf den Beinen, als der große Reisebus vorfährt. Unter einem großen Baobab Baum erwarten die Einheimischen ihre Gäste – Teilnehmer des ersten Cotton made in Africa Compaci Stakeholder Workshops in der Hauptstadt Ouagadougou. Vertreter der Baumwollgesellschaften sind ebenso mit von der Partie wie Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), Aid by Trade Foundation, Deutschen Welthungerhilfe sowie der Bill & Melinda Gates Foundation. Insgesamt sind es 70 Personen aus Afrika, USA und Europa, darunter auch Mitarbeiter von Handelsfirmen wie Otto, Rewe, Tchibo und 1888 Mills.

Zunächst werden, wie in Afrika üblich, Geschenke ausgetauscht. An diesem Tag sind es Hühner gegen Fußbälle und Kappen. „Leider hatten wir nur eine Pumpe für die Bälle dabei“, schmunzelt Christoph Kaut, Geschäftsführer der Aid by Trade Foundation. Im weiteren Verlauf des Tages werden Baumwollfelder sowie eine Schule in Guirgho besichtigt. Schnell zeigt sich, wie wichtig solche Kennenlerntermine vor Ort sind. „Man kommt miteinander ins Gespräch. Für viele aus Europa oder den USA ist dies eine ganz neue Erlebniswelt, die sich tief einprägt“, hebt Kaut den Wert des Stakeholder Workshops hervor. Überdies erlebe man hautnah mit, wie die Baumwollbauern leben und arbeiten. Und diese sehen konkrete Produkte, in denen ihre Baumwolle verarbeitet wird. „Beide Seiten fühlen sich auf Augenhöhe. Die jeweilige Arbeit erfährt Anerkennung“, fügt Kaut hinzu.

Der Field Trip endet am Abend mit einem Abendessen in Ouagadougou. Der Landwirtschaftsminister von Burkina Faso, Laurent Sedogo, betont: „Wir hoffen, dass die Erfahrungen, die wir und Sie mit Cotton made in Africa gemacht haben, auch nützliche Erkenntnisse für andere landwirtschaftliche Produkte Afrikas bieten können.“ Ein Vorbild für alle könne die Initiative sein. Im weiteren Verlauf des Abends wird außerdem eine eindrucksvolle Modenschau dargeboten, in denen Schuluniformen präsentiert werden. Eine Allianz aus GTZ, Cotton made in Africa, lokalen Baumwollbauern und dem Baumwollhändler Talon hat sie finanziert. So konnten 10.000 Schuluniformen Kindern in Benin zur Verfügung gestellt werden. Das ist nur ein Beispiel weiterer geplanter Sozialprojekte – vom Aufbau von Schulkantinen bis hin zur Renovierung von Schulbänken in Sambia.

Die folgenden beiden Tage werden intensiv für Vorträge und Diskussionen genutzt. Die Themen sind vielfältig. Der Handelskonzern REWE stellt sein Nachhaltigkeitsprogramm vor. Die DEG wiederum die Herausforderungen der Compaci Initiative (Competitive African Cotton Initiative). Nicht zuletzt stehen immer wieder die jeweiligen Erfahrungen von Cotton made in Africa in den verschiedenen afrikanischen Ländern im Mittelpunkt. Christoph Kaut ist übrigens überzeugt, dass „die Cotton made in Africa-Familie sich einmal jährlich treffen sollte, um sich auszutauschen. Das nächste Mal soll das Treffen im Herbst 2010 in Europa stattfinden.“ Langsam wachse, so Kaut, eine große Cotton made in Africa-Familie zusammen. Unterdessen befindet sich die Initiative weiter kräftig im Aufwind. „Knapp sechs Millionen Textilien mit dem Cotton made in Africa Gütesiegelwerden es dieses Jahr sein. Nächstes Jahr werden wir diese Zahl voraussichtlich verdoppeln.“

Business & Development, die beiden tragenden Cotton made in Africa-Eckpfeiler. Nirgendwo wurden sie bisher sichtbarer als bei diesem Workshop in Burkina Faso.

Text: Peter Felixberger

 
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